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Gesellschaft CJZ Hannover e.V.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hannover e.V.
c/o Frau Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann
Hanns-Lilje-Platz 2
D-30159 Hannover

Fon 05 11 / 36 43 7 - 22
Fax 05 11 / 36 43 7 - 37

eMail marktkirche.pastorin@evlka.de
Homepage www.gcjz-hannover.de

Preisträger 2012

Gymnasium Humboldtschule Hannover

Mit der Verleihung der Abraham-Plakette der Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit werden folgende Schülerarbeiten des Geschichtskurses mit erhöhtem Anforderungsniveau des 12. Jahrgangs 2011/12 der Humboldtschule Hannover gewürdigt:

  • die Gestaltung der Feier der Kranzniederlegung am 15.12.2011 am Mahnmal an der Oper zum Gedenken an die Deportation von 1001 Juden nach Riga vor 70 Jahren (Berichterattung von H1: Video) und • die Lichtaktion auf dem Trammplatz vor dem Rathaus: Die Schülerinnen und Schüler der Humboldtschule stellten 1001 Kerzen in Form eines großen Davidsterns auf und verlasen dabei die Namen aller verschleppten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Damit gaben sie den deportierten Frauen, Kindern und Männern ein Stück ihrer Identität zurück.
  • Mit der Lichtaktion leisteten die Schülerinnen und Schüler zugleich auch einen Beitrag zur anschließenden Eröffnung der Ausstellung "Abgeschoben in den Tod". 

Diese Projekte sind aus dem Oberstufenunterricht von Frau Hahne erwachsen und dokumentieren sehr überzeugend Ergebnisse von Facharbeiten, in denen sich die Schülerinnen und Schüler mit ausgewählten Biographien deportierter Hannoveraner beschäftigt haben.

  • Darüber hinaus befassten sich die Schülerinnen und Schüler noch mit weiteren Forschungsprojekten zur selben Thematik. Besonders zu erwähnen sind die folgenden Arbeiten:
  • "Deportationen aus Hannover - Orte, Wege, Organisationen"
  • "Die Stadt Hannover und die NS-Verfolgungspolitik"
  • "Die Berichterstattung überregionaler Zeitungen über Stolpersteine"
  • "Der Bildhauer Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor dem letzten frei gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing auf dem Bürgersteig verlegt"
  • "Kennen Sie Stolpersteine? Kenntnis über und gesellschaftliche Akzeptanz von Stolpersteinen in einer Großstadt. Eine empirische Untersuchung"

Dokumentation der Humboldtschule anlässlich der Verleihung der Abraham-Plakette am 25.03.2012 in Haus der Region Hannover:
Tafel 1, Tafel 2, Tafel 3, Tafel 4, Tafel 5, Tafel 6

Gymnasium St. Ursula-Schule Hannover

Mit der Verleihung der Abraham-Plakette der Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit werden folgende Arbeiten der Schülerinnen und Schüler

  • des Seminarfaches Spurensuche,
  • des Zeitzeugenseminars und
  • des Schüleraustausches mit Israel der St. Ursula-Schule Hannover gewürdigt.

Die Nachforschungen des Seminarfaches "Spurensuche" von Herrn Huneke über jüdische Hannoveraner, besonders das Schicksal der Geschwister Jacobs, führten nicht nur zu anerkennenswerten Facharbeiten, sondern auch zu der Initiative, Stolpersteine in der unmittelbaren Nachbarschaft der St.Ursula-Schule in der Simrockstr. 9 verlegen zu lassen. Darüber hinaus fertigten die Schülerinnen und Schüler eine Gedenktafel mit Informationen über die Leidensgeschichte der Familie Jacobs an und brachten diese im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in der St. Heinrich-Kirche am 7. Oktober 2011 an der Schulmauer an.

Zusammen mit dieser Aktion werden auch die Einrichtung des Seminarfaches "Spurensuche" in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe und die Ergebnisse aller Facharbeiten gewürdigt, die Schülerinnen und Schüler der St. Ursula-Schule seit mehreren Jahren im Rahmen des Netzwerkes "Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover" anfertigen.
Das Projekt der Pflegepatenschaft der 10. Klassen für den Ehrenfriedhof am Maschsee ist hier ebenfalls zu nennen.

Im Bereich der Arbeitsgemeinschaften der St. Ursula-Schule bildet das Thema "Gegen das Vergessen - Erinnern für die Zukunft" seit mehr als 15 Jahren einen Schwerpunkt. Alljährlich organisiert Frau Plagemann im Rahmen des europäischen Schulnetzwerkes St. Marienthal Zeitzeugenseminare mit Überlebenden der Schoa und Jugendlichen aus zehn europäischen Ländern. Die Gespräche werden regelmäßig von Schülerinnen und Schülern aufgezeichnet und in einer Broschüre dokumentiert.
Seit sechs Jahren werden zu den Begegnungen während der Seminare auch Angehörige von Mitgliedern der Gruppe des 20. Juli 1944  mit eingeladen.

Die St. Ursula-Schule leistet auch durch einen Schüleraustausch mit einer arabischen High School in Israel und durch gelegentliche Treffen mit Vertretern des Vereins "Ehemalige Hannoveraner" in Tel Aviv einen besonderen Beitrag zur Verständigung zwischen Religionen, Völkern und Kulturen. Das Engagement von Frau Lieske, Frau Dinkelacker und das ihrer Schülerinnen und Schüler in diesem gesellschaftlich und politisch sehr angespannten Bereich verdient unsere Anerkennung